„Mit dem Himmelreich ist es auch wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle fand, verkaufte er alles, was er besass, und kaufte dafür diese Perle.“ Matthäus 13, 45&46

Jesus vergleicht den Himmel mit einer Perle – also mit etwas Wunderschönem. Das Geniale ist, dass Gott in jeden von uns Perlen hineingelegt hat, die er hervorholen möchte. Gaben, Talente, Möglichkeiten, Freude, Barmherzigkeit und Schönheit, die in dir ruhen und nur darauf warten, von dir entdeckt und freigesetzt zu werden. In den Augen Gottes sind wir ein noch nicht fertiges Meisterwerk, an dem er arbeitet. Er braucht alles in unserem Leben, um das Schöne, Göttliche und Einzigartige, das in uns schlummert, herauszuholen.

Kürzlich besuchte ich einen Mann, der in seiner Freizeit Kunstwerke aus Holz schnitzt. Er zeigte mir sein neustes Werk. Unfertig. Man erkannte, wohin es sich entwickelt, aber er war noch nicht am Ziel. Und trotzdem erklärte er mir freudig und mit leuchtenden Augen, wie das Kunstwerk einmal aussehen würde. So ist es auch in unserem Leben: Gott ist am Werk. Er arbeitet an uns und sieht das fertige Kunstwerk schon. Und solange wir ihm vertrauen, ihn ehren und ihn immer wieder suchen, kann er sein Werk an uns weiterführen und das Wunderschöne und Göttliche in uns hervorholen und die Perlen in uns freisetzen.

Doch wie entsteht eine Perle? Ich habe im Internet eine interessante Erklärung gefunden:

„Henry A. Hänni, Professor für Gemmologie an der Universität Basel, geht davon aus, dass für die Perlenbildung Epitzelzellen der Muschel verantwortlich sind, die durch Einbohrung von Parasiten oder durch andere Verletzungen in das tiefere Mantelgewebe der Muschel verschleppt werden, wo sich eine Zyste bildet. …. wodurch schliesslich eine Perle entsteht.“ Wikipedia 

Durch Schmerz, Verletzungen, Parasiten und Fremdkörper, durch Dinge, die unangenehm sind, entsteht eine Perle. So ist es auch in unserem Leben: Gott will und braucht all den Schmerz, die Herausforderungen, die Fragen und all das Hoffnungslose, um daraus etwas Wunderschönes und Göttliches zu kreieren. Um eine göttliche Perle daraus entstehen zu lassen. Doch wie entdecken wir unsere Perlen? Wie kann die vollständige Schönheit in uns zum Leuchten kommen? Indem wir trotz schmerzvollen Erfahrungen, trotz Leid und Fragen Gott nicht loslassen, sondern ihn dadurch tiefer erleben und finden. Dies stärkt unseren Charakter und gibt uns eine Schönheit, die die Welt uns nie geben kann. Wir werden durch den durchlebten Zerbruch wertvoll, weil wir an Gott festgehalten haben. Wir werden zu Vorbildern, weil wir trotz Not in unserem Leben Gott weiterhin angebetet haben. Wir werden zu Säulen im Glauben, weil wir trotz ungelösten Fragen und Situationen anderen Menschen gedient und Gottes Liebe weitergegeben haben und so zu wahrer Schönheit finden.

Gott formt uns. Gott arbeitet an uns. Gott will mehr aus uns herausholen. Und dazu braucht er manchmal Situationen, die wir nicht verstehen und nicht nachvollziehen können. Situationen, die schmerzen und uns den Atem zu rauben drohen. Doch wenn wir in genau in diesen Zeiten Gott weiterhin suchen, ihn erst recht anbeten, dann kommt wahre Schönheit ans Licht und unser Charakter wird zu Gold. Stolz verschwindet und stattdessen kommen Demut und Selbstlosigkeit hervor und nehmen Platz ein in unserem Leben – und wir setzen die Perlen in uns frei.