Daraufhin ging der Teufel mit ihm in die Heilige Stadt, stellte ihn auf einen Vorsprung des Tempeldaches und sagte: „Wenn du Gottes Sohn bist, dann stürz dich hinunter! Denn es heisst in der Schrift: „Er wird dir seine Engel schicken, sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit du mit deinem Fuss nicht an einen Stein stösst.“ Jesus entgegnete: „In der heiligen Schrift heisst es aber auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern.“ Matthäus 4, 5&6

Wow, der Teufel kennt die Bibel. Interessant, wie er bei der zweiten Versuchung aus der Schrift zitiert und so versucht, Jesus für seine Sache zu gewinnen. Dies sagt uns, dass auch wir immer wieder erleben werden, wie wir durch Menschen, Ideen und Gedanken versucht werden, die sich sogar biblisch fundiert ausgeben. Viele Theologen kommen, je mehr sie die Bibel kennen und auslegen auf ganz komische Erkenntnisse, wenn sie Gottes Autorität nicht immer wieder an erste Stelle setzen. Da wird Gott zum Märchen, Jesus und seine Auferstehung zu einem Mythos und Gott verliert die Autorität zu handeln und praktisch in die Weltgeschichte eingreifen zu können.

Auch wir stehen in der Gefahr, aus Gott eine Gebetserhörungsmaschine zu machen. „Jesus, liefere eine Sensation. Jesus, mach mal ein paar Wunder. Jesus, heile, immerhin habe ich gebetet, im Glauben und mit Vollmacht, versteht sich. Jesus!! Dazu bist du doch da! Nach dem Brot sollte die Sensation kommen. Gott, zeige dich! Gott, mach mal was, damit ich besser glauben kann. Erst wenn Gott sich offenbart, kann ich glauben!“ Doch Jesus sagt ganz klar zu uns:

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern.“

Gott muss nichts tun. Gott muss sich nicht offenbaren. Gott funktioniert nach keinem logischen menschlichen Muster. Gott ist Gott. Punkt. Und je eher wir dies begreifen und an ihn beginnen zu glauben, ohne dass wir ihn sehen, verstehen und alles begreifen, kann Gott zu Gott in unserem Leben werden. Weil Gott dadurch seinen Platz, seine Autorität und seine Herrlichkeit behalten kann. Wir vertrauen Gott, auch wenn nicht alles so läuft wie wir uns vorstellen. Wir glauben an Gott, auch wenn es durch harte Zeiten in unserem Leben geht. Wir halten an Gott fest, auch wenn wir nicht weitersehen, weil wir wissen, Gott hat immer das letzte Wort und das wird gut sein. Vertrauen, loslassen, ohne Beweise seiner Größe, uns in seine Hände geben – das ist Glaube. Und genau das wünsche ich dir heute. Halte dich an Gott fest und erlebe, wie er dir begegnen wird. Anders als erwartet, neu, frisch – auf seine Art und Weise.