„Doch Gottes Erbarmen ist unbegreiflich gross! Wir waren aufgrund unserer Verfehlungen tot, aber er hat uns so sehr geliebt, dass er uns zusammen mit Christus lebendig gemacht hat.“ Epheser 2, 4

Vor Kurzem hatte ich ein Gespräch mit einem Mann, der unsere Kirche besuchte. Er war müde und entmutigt. Immer wieder hört er in der Kirche, zu der er sich zählt, was er alles besser machen sollte. Er sagte zu mir: „Ich bin so gerne hier bei euch in der Kirche, denn hier kann ich einfach kommen wie ich bin und gehe ermutigt nach Hause!“ Ich war richtig froh, dass wir ihn ermutigen durften. Er bestätige einen Wunsch, den ich in meinem Herzen habe und Sonntag für Sonntag durch meine Predigten versuche weiterzugeben: Menschen zu ermutigen, sie aufzubauen, ihnen zu sagen was für ein Potenzial in ihnen ist, was Gott noch alles für Segen und Träume für sie bereit hat. Mein Wunsch ist es, Hoffnung freizusetzen, Glauben zu pflanzen und die Menschen zu bestärken ihr bestes Leben zu leben.

Nach dem Gespräch kam mir eine Begebenheit in den Sinn, die ich vor ein paar Jahren hatte. Auch wir waren noch nicht immer so positiv, erbauend und erfrischend gewesen. Auch unsere Predigten und Gottesdienste glichen früher einem christlichen Militär-Camp, in dem wir den Leuten sagten, was sie alles ändern sollten, wie sie es tun müssten und was für Kurse sie in der nächsten Zeit besuchen sollten. Wir spielten Richter, Trainer oder Coach und vergassen dabei die Kraft der Gnade, der Liebe und der Gegenwart Gottes… Die Begebenheit, an die ich mich erinnerte, spielte sich folgendermassen ab: Es war an einem Sonntag vor etwa sechs oder sieben Jahren, als ich nach der Predigt die Bühne verliess. Ich hörte auf einmal eine Stimme in meinem Herzen, die mich fragte: „Könu, warum machst du meinen Job?“ Ich erschrak. Gott forderte mich heraus, über meine Predigten, mein Gottesbild, meinen Glauben und über die Kraft der Gnade nachzudenken. Ich realisierte, dass meine Aufgabe nur eine ist, nämlich: Menschen zu ermutigen, ihnen Gottes Grösse zu malen und ihnen zu erzählen, was alles in ihnen steckt und auf sie wartet. Was Gott dann aus meinen Predigten bei den Menschen macht, ist sein Job. Nicht meiner. Denn Gott ist der Richter, Trainer und Coach, es braucht nicht noch einen zweiten. So kapitulierte ich vor Gott und es begann eine spannende Reise. Die Reise zum Herzen Gottes, zu seiner Gnade, zu seinem Segen und zu seinem Plan und seinen Gedanken für uns. Heute, Jahre später, habe ich immer noch zu lernen, aber ich durfte erleben und sehen, wie wir uns vom Trainingslager mit x Actionsteps und To Do’s für jeden Besucher zu einer Kirche entwickelt haben, die Gott anbetet, ihn sucht und sich von ihm und seiner Kraft erfüllen und verändern lässt. Und ich bin Gott so dankbar, dass er mit mir diese Reise vor ein paar Jahren begonnen hat.

Ich dankte Gott für dieses Gespräch mit dem Mann, der aus einer anderen Kirche kam, und bat ihn einmal mehr, noch mehr die Kraft der Gnade, der Liebe, des Zuspruchs, der Ermutigung und Hoffnung in unserer Kirche freizusetzen.

Damit ich nie vergesse, was Gott tut und was mein Job ist, habe ich mir ein Statement aufgeschrieben, wie meine Predigten sein sollten. Ich schrieb:

„Ich will die Menschen ermutigen, sie bestärken und ihnen sagen, wie genial sie in den Augen Gottes sind. Ich will NICHT auf das Negative, sondern auf ihr Potenzial eingehen. Jeder ist ein Gewinner. Ich will beleuchten, was sie sind und nicht was sie noch nicht sind. So werden wir den Segen und die Gunst Gottes erleben, obwohl wir nichts Direktes dazu beigetragen haben.“

Wir lesen auch im oben genannten Vers aus dem Epheserbrief, Gottes Gnade ist unbegreiflich gross, grenzenlos und unaufhaltsam. Die Gnade führt uns weiter, nicht unsere Leistung. Darum machen wir uns auf, die Gnade Gottes zu entdecken, denn je mehr wir bruchstückhaft verstehen, wie Gott sie uns einfach schenken will, umso freier werden wir, unser Leben zu leben, Segen freizusetzen und unsere Bestimmung zu finden. Bleib dran, Gott hat mehr für dich bereit.