„Da kam auch schon Esau mit seinen 400 Mann. Als Jakob ihn sah, stellte er die Kinder zu ihren Müttern. Er liess die Nebenfrauen mit ihren Kindern vorangehen, dahinter kam Lea mit ihren Kindern, und zum Schluss Rahel mit Josef. Er selbst ging an der Spitze des Zuges und warf sich siebenmal zu Boden, bis er zu seinem Bruder kam. Esau aber lief ihm entgegen, umarmte und küsste ihn. Beide weinten vor Freude.“ 1. Mose 33, 1-4

Was wir hier lesen, ist echt großes Kino! Jakob bittet seinen Bruder vor all seinen Frauen und Kindern um Vergebung. Alle sehen und hören, wie ihr Vater früher einen großen Fehler gemacht hat und sich jetzt dafür entschuldigt. Und es gibt ein Happy End: Sie erleben wie, Esau seinem Bruder vergibt.

Durch diese Entscheidung hat Jakob seine zukünftige Geschichte neu geschrieben. Denn es ist interessant zu sehen, dass in diesem ganzen Vers nur ein Kind namentlich erwähnt ist: Josef! Und damit will uns der Schreiber etwas sagen, nämlich dass dieser entscheidende Moment im Leben von Jakob Spuren bei Josef hinterlassen hat. Jahre später wird Josef von seinen Brüdern verraten und steigt vom Sklave und Gefängnisinsasse zur rechten Hand des Pharao auf. Oben an der Spitze der Karriereleiter angekommen, bitten ihn seine Brüder um Nahrung, da eine Hungersnot ihr Land überrascht. Jetzt endlich wäre doch der Moment der Rache gekommen? Doch statt sich dieses Recht herauszunehmen, vergibt Josef seinen Brüdern. Was wäre wohl passiert, wenn Josef nicht als kleiner Junge miterlebt hätte, wie sein Vater öffentlich seinen Fehler bekannt hat und wie ihm sein Bruder vergeben hat? Dieses Ereignis hinterließ eine Saat, die im Leben von Josef aufging und Jahre später Frucht brachte. Er war dank dem Vorbild seines Vater fähig, seinen Brüdern zu vergeben.

So ist es auch in unserem Leben. Unser Leben zieht Kreise, oftmals viel weiter und grösser, als wir uns im Moment vorstellen können. Darum ermutige ich dich, in wichtigen Momenten und Entscheidungen deines Lebens nicht nur an dich und ans Jetzt zu denken, sondern auch daran, dass deine Tat positive oder negative Spuren für deine Nachkommen hinterlassen wird. Deine Taten im Glauben, deine Art wie du mit deinen Mitmenschen umgehst, deine Entscheidung zum Leben der göttlichen Werte, deine Grosszügigkeit, deine Haltung der Vergebung – all dies hinterlässt Spuren. Auch wenn wir im Moment nicht viel von unserem Glauben, unseren Gebeten und unseren gutgemeinten Entscheidungen sehen, gibt es Leute, die uns beobachten, die uns zuschauen. Darum, auch wenn du dir vielleicht sagst: „Hier zu vergeben interessiert doch niemanden, und warum sollte ich göttliche Werte leben, wenn keiner danach fragt…“ Denk daran, dein Leben zieht Kreise. Auch wenn wir dies im Moment nicht sehen. Darum ermutige ich dich, lebe ein gottgefälliges Leben. Versuche täglich dein Bestes zu geben, suche die Gnade Gottes, vergib den Menschen in deinem Umfeld, lass dir nichts zuschulden kommen, und erlebe, wie du dadurch eine Saat aussäen wirst, die über dein Leben hinaus Spuren hinterlassen wird. Ich wünsche dir gerade heute den Mut, die Kraft und die nötige Disziplin, Gott zu suchen und zu erleben, wie du durch deine richtigen Entscheidungen positive und kraftvolle Spuren über dein Leben hinaus hinterlassen wirst. Dadurch werden wir unsere Geschichte neu definieren und schreiben.